vor der Geburt

Tipps rund um die Ernährung in der Stillzeit

Tipps rund um die Ernährung in der Stillzeit

Wie ernähre ich mich richtig während der Stillzeit und gibt es Lebensmittel, die ich lieber meiden sollte? Gibt es einen Unterschied zu der empfohlenen Ernährung während der Schwangerschaft und was ich alles während der Stillzeit wieder essen darf? Sobald Dein Baby auf der Welt ist, stellen sich Dir tausende Fragen und dabei möchtest Du ja nichts falsch machen. Damit Du und Dein Nachwuchs frisch und munter ins Leben starten, findest Du auf hier bei uns die passenden Tipps und Antworten rund um das Thema Ernährung während der Stillzeit aus gesicherten Quellen, auf die Du und Dein Baby sich verlassen können.

Richtige Ernährung in der Stillzeit

Wahrscheinlich hast Du Deine gewohnte Ernährung während der Schwangerschaft schon umgestellt und dabei auch auf unzählige Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak verzichtet. Doch auch nach der Geburt bleibt die Frage nach der richtigen eigenen Ernährung weiterbestehen, da Du Dein Kind mit der Muttermilch weiterversorgst. Und wie Du wahrscheinlich auch schon ahnst, ist die eigene Ernährung ein wichtiger Faktor bei der Qualität der Muttermilch. Vorweg möchten wir Dich aber beruhigen: Ganz so streng, wie die Ernährung in der Schwangerschaft, ist die Ernährung in der Stillzeit nicht mehr. Du wirst viel mehr „gewohnte“ Sachen zu Dir nehmen dürfen (und jetzt darfst Du sogar noch etwas mehr essen, als noch während der Schwangerschaft ;) ). Zu Beginn möchten wir jetzt mit einer wahrscheinlich sehr positiven Nachricht für Dich beginnen: Du darfst endlich wieder Sachen wie Sushi, Lachs, ein Steak (rare) und Rohmilchkäse essen, da Krankheiten wie eine Listeriose oder eine Toxoplasmose keine Gefahr mehr für das geborene Baby darstellen. Allgemein ist der Verzehr von sämtlichen Nahrungsmittel in normalen Mengen kein Problem mehr. Doch verzichte bitte weiterhin auf Drogen sämtlicher Art und auch auf Zigaretten, da diese auch jetzt noch zu großen Problemen beim Baby führen können. Eine gesunde und gleichmäßige Ernährung über den Tag wird empfohlen. Verteile also über den Tag kohlenhydrathaltige Nahrungemittel wie Kartoffeln, Früchte, Brot und Teigwaren. Dabei empfehlen wir Dir eher zu Vollkornprodukten zu greifen, da diese die Verdauung deutlich besser regulieren. Denn Vollkornprodukte haben gegenüber anderen Stärkeprodukten mehr Vitamine, Mineralstoffe und Nahrungsfasern, welche Dir und Deinem Baby zu Gute kommen. Bei Gemüse und Obst werden insbesondere Äpfel, Trauben, Mango, Bananen, Möhren, Brokkoli, Fenchel, sowie Spinat sehr gut vom Baby vertragen. Greife einfach zu dem, was Dir am besten bekommt. Und ein kleiner Tipp am Rande: Möchtest Du Dein Kind dazu bewegen ein bestimmtes Obst oder Gemüse auch sein restliches Leben gerne zu essen, dann ernähre Dich während der Stillzeit davon. Denn Kinder essen bestimmte Gemüse –und Obstsorten lieber, wenn Du diese häufiger in der Stillzeit gegessen hast. Leider können wir keine Garantie geben, aber der Geschmack lässt sich so ein wenig beeinflussen. Beim Thema Fleisch empfehlen wir Dir dreimal die Woche, vorzugsweise fettarmes, Fleisch zu essen. Denn Fleisch liefert in der Stillzeit benötigtes Eisen, Zink, Proteine und B-Vitamine. Solltest Du Dich aber dazu entscheiden, kein Fleisch essen zu wollen, gehen wir später noch auf das Thema der vegetarischen oder veganen Ernährung ein. Kommen wir nun zu einen der wichtigsten Faktoren auf die Du achten solltest, während Du dein Baby stillst: Jod und Fett. Denn diese zwei Faktoren spielen eine essentielle Rolle bei der geistigen und körperlichen Entwicklung des Babys. Denn gerade in Mitteleuropa ist Jodmangel ein weit verbreitetes Problem. Wahrscheinlich hast Du aus diesem Grund schon während der Schwangerschaft darauf geachtet deutlich mehr Jod zu Dir zu nehmen. Auch während der Stillzeit ist dies zum Beispiel durch den Einsatz von jodiertem Kochsalz oder Tabletten möglich. Dabei wird eine Aufnahme von 230 bis 260 Mikrogramm Jodid von der deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen. Wer aber keine Tabletten zu sich nehmen möchte, der kann das benötige Jod auch über Meeresfische wie Hering oder Lachs zu sich nehmen. Beim Fett solltest Du darauf achten, dass hier eine hochwertige Fettzufuhr gewährleistet ist. Denn auch wenn der Fettbedarf während der Stillzeit nicht erhöht ist, sind Fettsäuren, wie zum Beispiel die wichtigen Omega-3-Fettsäuren, wichtig für die Entwicklung des Babys. Diese helfen bei der Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems. Des Weiteren haben Sie einen positiven Einfluss auf die Funktion der Leben, des Immunsystems und der Augennetzhaut. Aus diesem Grund empfiehlt die FSA laut derzeitigem Forschungsstand pro Woche zwei Portionen fetthaltigen Seefisch. Dabei kannst Du zu Lachs, Hering oder einer Makrele greifen.

Gesundes Essen in der Stillzeit

Gibt es „verbotene“ Produkte während der Stillzeit?

Grundsätzlich musst Du während der Stillzeit, im Gegenzug zur Schwangerschaft, keine Nahrungsmittel meiden. Jedoch können bestimmte Nahrungsmittel bei stillenden Kindern zu Blähungen oder Koliken führen. Dabei sind insbesondere Knoblauch, Lauchgemüse, Zwiebeln, Hülsenfrüchte, Kohlarten oder bestimmte Früchtesorgen häufiger Verursacher eben genannter Verdauungsprobleme. Da Blähungen und Koliken noch viele weitere Ursachen haben können, sind diese nicht immer direkt auf die Ernährung der Mutter zurückführen. Aus diesem Grund solltest Du Dir als stillende Mutter nicht schon vorab ein komplettes Menü an Produkten und Nahrungsmittel aufstellen. Denn hier gilt eher die Devise: Achte worauf Dein Baby reagiert. Denn sollte Dir hier ein bestimmtes Nahrungsmittel auffallen, auf welches dein Kind vermehrt positiv und negativ reagiert, kannst Du dieses weiterhin vermehrt zu Dir nehmen oder reduzieren. Dabei ist der eigene Körper häufig der beste Ratgeber. Solltest Du ein Nahrungsmittel eher schlecht vertragen, wirkt sich das vermutlich auch auf Dein Baby aus. Wir empfehlen daher regelmäßige Beratung bei einer Stillberaterin. Diese können besser auf die persönlichen Bedürfnisse im Einzelfall eingehen. Sollte eine bestimmte Unverträglichkeit des Babys bei einem bestimmten Nahrungsmittel auftreten, empfehlen wir das mit deinem Kinderarzt zu besprechen. Denn hier können langwierige Probleme vermieden werden, wenn diese rechtzeitig entdeckt und behandelt werden. Es gibt aber auch Produkte, bei denen Du darauf achten solltest, aus welcher Quelle Sie stammen. Dazu gehört Wild, ungereinigtes Gemüse und Obst, Niere, Leber, sowie überfischte oder überzüchtete Tierarten. Diese sind häufig mit Schadstoffen belastet, welche Du zu Dir nehmen würdest und dabei Dein Baby damit belastet. Auch solltest Du beim Räuchern und Grillen auf den Bräunungsprozess achten, da hier Schadstoffe entstehen können.

Extrabedarf in der Stillzeit – Sollte ich mehr essen?

„Essen für Zwei“. Das hast Du während der Schwangerschaft auf jeden Fall das ein oder andere Mal gehört. War dort das Kalorienbedürfnis schon leicht erhöht, ist dieser während der Stillzeit nun deutlich höher. Denn durch das Stillen benötigst und verbrennst Du deutlich mehr Kalorien. Rechne dabei mit 500 kcal täglich. Solltest Du also einen gesunden Appetit haben, dann folge diesem. Die Anstrengung beim Stillen sollte nicht unterschätzt werden, auch nicht von Deinem Umfeld. Folge Deinem persönlichen Hungergefühl. Vorsorglich mehr zu Essen lohnt sich dabei nicht, da Du dadurch meist noch mehr isst, als Du benötigst.

Schwangerschaftsfett – Gesund in der Stillzeit abnehmen

Während der Schwangerschaft hast Du wahrscheinlich einige Pfunde zugenommen – und das ist ganz normal und gesund! Aber aus diesem Grund beginnen viele Frauen direkt nach der Geburt damit, das zugelegte Gewicht direkt abnehmen zu wollen. Und dies ist auch unbedenklich möglich, aber Du solltest auf jeden Fall auf die Geschwindigkeit achten. Du solltest nicht mehr als ein halbes Kilo die Woche abnehmen, da sich Schadstoffe in Deinen Fettzellen angesammelt haben, welche bei einer Abmagerungskur erhöht in die Muttermilch ausgeschwemmt werden. Darüber hinaus fehlen Dir bei einer starken Gewichtsabnahme Vitamine und Mineralstoffe, welche dann in der Muttermilch fehlen und somit auch in der Nahrung Deines Babys.

Vegetarische Ernährung oder vegane Ernährung – Ist das in Ordnung?

Kurz vorweg: Es spricht nichts gegen eine vegetarische Ernährung während der Stillzeit. Doch Du solltest dabei auf die richtige Zusammenstellung Deiner Ernährung achten. Denn häufig kommt es sonst zu einer Mangelernährung, da benötigtes Eiweiß oder Eisen fehlt. Wie empfehlen Dir aus diesem Grund Dich mit einem Kinderarzt oder eine Ernährungsberater auszutauschen, um die richtige Versorgung deines Babys zu gewährleisten. Eine vegane Ernährung ist dagegen nicht zu empfehlen. Denn bei einer veganen Ernährung leidet Dein Körper häufig unter Vitamin B12-Mangel, welches aber wichtig für die neurologische Entwicklung Deines Babys ist. Was der eigene Körper über längere Zeit ohne Probleme vertragen kann, ist für den noch sehr kleinen Körper Deines Babys deutlich schwieriger. Solltest Du aber trotzdem nicht auf eine vegane Ernährung verzichten können, solltest Du auf jeden Fall engen Kontakt zu Deinem Arzt halten um etwaigen Problemen bei Deinem Baby schnell zuvorkommen.

Tags: Ernährung / Stillzeit

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