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Wassergeburt als Geburts-Alternative - Was erwartet mich?

Wassergeburt als Geburts-Alternative - Was erwartet mich?

Wassergeburt als Geburts-Alternative - Was erwartet mich?

Wassergeburten sind immer mehr im Trend. Mittlerweile werden in Deutschland ca. 5000 Kinder im Jahr im Wasser geboren. Doch was genau erwartet Dich bei einer Wassergeburt und wie wird diese durchgeführt? Wir wollen Dir diese Fragen beantworten und Dir bei deiner Entscheidung nach der richtigen Geburtsmethode helfen. Zunächst kurz zusammengefasst was eine Wassergeburt ist: eine Wassergeburt ist eine Geburtsmethode, bei der Du die Wehenzeit im Wasser verbringen wirst. Es ist dabei auch möglich Dein Baby im Wasser zu gebären. Das warme Badewasser hilft Dir dabei die Muskeln beim Geburtsprozess zu entspannen. Zusätzlich wirkt das Wasser beruhigend und kann Deine Wehentätigkeiten erleichtern, was den Geburtsvorgang beschleunigt und Dammverletzungen vermeiden kann.

 

Dabei können Wassergeburten bzw. Wasserentbindungen in einem Geburtshaus, in einer Klinik oder auch bei Dir zu Hause bei einer Wassergeburt stattfinden. Doch hierbei solltest Du dich immer rechtzeitig informieren, ob das von Dir gewählte Krankenhaus oder das Geburtshaus diese Methode überhaupt anbieten. Denn nicht jede Klinik besitzt auch eine spezielle Geburtswanne, die für eine Wassergeburt benötigt wird.

 

Inhaltsverzeichnis:

  1. Was genau passiert alles bei einer Wassergeburt und wie ist der Ablauf?
  2. Welche Vorbereitungen müssen für eine Wassergeburt getroffen werden?
  3. Welche Vorteile bietet eine Wassergeburt?
  4. Wann sollte keine Wassergeburt durchgeführt werden?
  5. Welche Risiken können bei einer Wassergeburt auftreten?

 

Was genau passiert alles bei einer Wassergeburt und wie ist der Ablauf?

 

Wenn Du dich für eine Wassergeburt entschieden hast, wirst Du sowohl in der Eröffnungsphase, sowie dann auch bei der Austreibungsphase die Geburt in einer Gebärwanne durchführen. Darüber hinaus ist es auch möglich bis zur Nachgeburtsphase in der Gebärwanne zu bleiben. Dafür erhältst Du eine Auswahl an unterschiedlich geformten und unterschiedlich großen Gebärwannen. Such Dir dafür eine aus, welche für Deine Körpergröße optimal ist. Berate Dich dafür im Optimalfall vorher mit Deinem Arzt und Deiner Hebamme. Denn so hast Du während der kompletten Geburt immer eine angenehme Position und kannst Die Geburt für dich angenehmer machen.

 

Zusätzlich wird das Wasser immer an die unterschiedlichen Phasen der Geburt angepasst. So wird die Temperatur zu Beginn in der Eröffnungsphase eher etwas höher sein, um somit zu Deiner Entspannung beizutragen, so dass die Wehen besser eingeleitet werden. Im Verlauf wird dann eher kälteres Wasser eingesetzt, da kaltes Wasser die Nachgeburtsphase beschleunigen kann.

 

Die komplette Wassergeburt wird dabei von der Hebamme und je nach Situation von einem Arzt betreut und überwacht. Dafür nutzen die Geburtshelfer ein CTG, bei welchen die Herztöne Deines Baby abgehört werden und Deine Wehentätigkeiten aufgezeichnet und kontrolliert werden. Darüber hinaus wird auch eine weitere Person, neben der Hebamme und dem Arzt, anwesend sein, welche Dich bei Komplikationen sofort aus dem Wasser heben kann. Doch auch wenn Du dich selber nicht mehr wohl fühlst und die Wassergeburt abbrechen möchtest, sollte diese Person, welche dich ohne Probleme aus dem Wasser hebe kann anwesend sein. Dann kann die Geburt auch außerhalb der Geburtswanne in einem Bett oder einer anderen Position beendet werden.

 

Beachte dabei, dass während einer Wassergeburt keine PDA zur Schmerzdämpfung eingesetzt werden kann. Genau gegen solche Schmerzen setzen viele ja auf die natürliche Wirkung von warmem Wasser.

 

Wenn Dein Kind das Licht der Welt erblickt wird es innerhalb von wenigen Sekunden aus dem Wasser gehoben, wo es dann zum ersten Mal selber beginnt zu atmen. Aber keine Sorge: Dein Baby verfügt bei der Geburt über einen Tauchreflex, was bedeutet, dass Dein Baby erst dann beginnt zu atmen, wenn es kühlere Luft spürt. Auch direkt nach der Entbindung wird es vorerst noch über die Nabelschnur mit Sauerstoff versorgt. Es ist somit kein Problem Dein Kind im Wasser zu gebären. Sobald Dein Baby an die Oberfläche gehoben wurde, wird es Dir auf Deinen Bauch gelegt. Wenn Du möchtest, kann auch die Nachgeburtsphase in welcher Du Deinen Mutterkuchen (Plazenta) ausstößt im Wasser durchgeführt werden.

Welche Vorbereitungen müssen für eine Wassergeburt getroffen werden?

 

Solltest Du eine Wassergeburt einer normalen Geburt in einer Klinik vorziehen, solltest Du schon frühzeitig die Vorbereitungen dafür treffen. Dazu gehört es diese Geburtsmethode mit Deiner Hebamme und Deinem begleitendem Arzt durchzusprechen. Denn Du musst für diese Geburtsmethode eine passende Klinik finden, welche auch eine Wassergeburt unterstützt. Dabei kannst Du schon während der Informationsterminen in der Klinik oder dem Geburtshaus vor Ort in den unterschiedlichen Geburtswannen probesitzen und dabei auch schon verschiedene Gebärpositionen ausprobieren. Wir empfehlen darüber hinaus auch einen Kurs zur Vorbereitung auf die Wassergeburt  zu besuchen. In so einem Kurs wirst Du darüber informiert, wie der Einfluss von Wasser Dir in den unterschiedlichen Geburtsphasen hilft und wie das Wasser eingesetzt wird. So kannst Du dann auch persönlich entscheiden wie und wann das Wasser bei Deiner Geburt unterstützend eingesetzt wird.

 

Solltest Du nicht in einem Geburtshaus oder in einer Klinik gebären wollen, ist es auch möglich die Wassergeburt in Deinem Haus durchzuführen. Dafür sind natürlich noch mehr Vorkehrungen nötig. So wirst Du das Becken etwas einem Monat vor dem Geburtstermin bei Dir zu Hause austesten müssen. Des Weiteren musst Du mit den Geburtshelfern absprechen, welche weiteren Vorkehrung in Deinen Räumlichkeiten getroffen werden müssen.

Welche Vorteile bietet eine Wassergeburt?

Wir wollen für dich kurz die Vorteile eine Wassergeburt zusammenfassen, welche wir durch unterschiedliche Erfahrungsberichten erhalten haben. Darauf wirst Du dich also freuen können, wenn Du dich für eine Wassergeburt als Geburtsmethode entscheidest:

 

  • normalerweise haben Mütter bei einer Wassergeburt deutlich geringere Schmerzen und auch kürzere Wehen
  • Du wirst im Wasser viel leichter einen Positionswechsel durchführen können, was in einem Bett oder auf einem Gebärhocker nicht möglich wäre
  • das Risiko eines Dammrisses wird deutlich gesenkt
  • Dein Baby hat einen angenehmeren Übergang von warmen Mutterleib ins warme Wasser und dann an die frische Luft

 

Wann sollte keine Wassergeburt durchgeführt werden?

Eine Wassergeburt kann in Deutschland in einer Klinik  nur dann geplant werden, wenn Deine Schwangerschaft bis dahin ohne Komplikationen verlaufen ist und auch keine Komplikationen zu erwarten sind, da spontane Eingriffe bei einer Wassergeburt erschwert sind.

Weitere Gründe die gegen eine Wassergeburt sprechen sind:

  • solltest Du an einer Überängstlichkeit leider oder psychisch krank sein
  • eine Frühgeburt sollte nicht in einer Geburtswanne durchgeführt werden
  • solltest Du an Fieber, Infekten, Gestose oder eine Herzerkrankung leiden
  • wenn Du in der Schwangerschaft unter Blutungen gelitten hast

Das Beste was Du aber tun kannst, um Dir den Entscheidungsprozess zu erleichtern: Spreche die Möglichkeit mit Deinem Arzt durch und gebe dabei alle Daten wahrheitsgemäß an. So kann Dein Arzt am Besten entscheiden, ob eine Wassergeburt bei Dir sinnvoll und risikofrei ablaufen kann.

Welche Risiken können bei einer Wassergeburt auftreten?

Hier können wir Dich zu Beginn direkt beruhigen: Eine Wassergeburt birgt, falls keine Vorerkrankung oder Komplikationen während der Schwangerschaft aufgetreten sind, nur geringe Risiken für die Gesundheit von Dir und Deinem Kind. Durch den Tauchreflex Deines Babys wird es auch nach der Geburt im Normalfall kein Wasser einatmen.

 

Einzig wird es etwas kritischer bewertet, dass Frauen den kompletten Geburtsprozess im Wasser verbringt. Denn durch austretendes Blut und anderen Körperflüssigkeiten, insbesondere in der Austreibungsphase, wird angenommen, dass Infektionen sich verbreiten können. Davon soll in Ausnahmefällen dann auch eine Neugeborenes betroffen sein, wenn es direkt nach der Geburts im Wasser damit in Kontakt komnt.

 

Tags: Wassergeburt Alternative Normale Geburt

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