Alles rund ums Wochenbett und Rückbildung

„Tini, was ist denn eigentlich das Wochenbett?“ Ja, gar nicht so selten bekomme ich diese Frage gestellt und niemand braucht sich dafür zu schämen, sie möglicherweise nicht beantworten zu können.

Also, das Wochenbett ist die Zeit nach der Geburt. Es ist die erste Zeit, in der das Neugeborene mit seiner Mama und generell mit seinen Eltern kuschelt und sie ganz persönlich kennenlernt. Über die Dauer des Wochenbetts sind sich selbst die klügsten Köpfe in diesem Fachgebiet nicht einig. Ich sage den Frauen ganz gerne den folgenden, altbekannten Satz „9 Monate kommt es und 9 Monate geht es.“. Sprich 9 Monate könnte man also sagen, dass die erste Eingewöhungszeit mit Eurem Kind dauert und dass die Rückbildung im Wochenbett bei Dir vollständig abgeschlossen ist. Allerdings ist diese 9 Monats Regel ganz schön weit gegriffen. Lieber hören meine Mamas „Eine Woche dauert das Wochenbett, daher kommt auch der Name“. Also, eine Woche intensives Kuscheln und vor allem Schonen der lieben Mama ist auf jeden Fall angesagt.

WochenBETT heißt es auch nicht ohne Grund: meine Empfehlung an Dich liebe My Junior Mama ist es, tatsächlich in der ersten Woche die meiste Zeit des Tages noch im Bett kuschelnd zu verbringen und Dich rundum verwöhnen zu lassen. Dies ist außerdem sehr wichtig für die Rückbildung vom Bauch und für die Stärkung des Beckenbodens.

Tipps und Tricks für das Wochenbett

Ich verrate Dir einige Tipps zur frühen Rückbildung, um möglichst schnell wieder fit zu werden:

· Trau Dich, die Bauchlage wieder auszuprobieren. Das fördert den Wochenfluss und bewirkt das schnellere Zurückziehen der Gebärmutter

· Massiere Deinen Bauch regelmäßig im Uhrzeigersinn – Du kannst hierzu die Reste Deines Wehen anregenden Öls aus der Schwangerschaft verwenden.

· Stillen fördert die Rückbildung und hilft, die dazugewonnen Kilos ganz von allein wieder zu verlieren.

· Beginne bereits in der ersten Woche mit ganz einfachen Beckenboden-Übungen, wie sie Dir in der Klinik oder von Deiner Hebamme gezeigt worden sind. Am besten Du legst dich anfangs flach hin und ziehst den Beckenboden zusammen, bewegst ihn sanft und versuchst ihn bloß zu fühlen. Das fördert die Durchblutung und Wundheilung (z.B.: Dammriss).

· Die Bauchmuskulatur solltest Du noch nicht aktiv verwenden, dazu muss erst der Beckenboden wieder in Takt sein.

· Achte auf eine eisenreiche Ernährung im Wochenbett (z.B.: rote Beete, Hülsenfrüchte, Rindfleisch, …), das gibt Dir wieder die nötige Energie und sorgt dafür, dass Deine Blutspeicher wieder aufgefüllt werden.

Jetzt beginnt die Kennenlernphase

Die Geburt an sich, egal ob es ein Kaiserschnitt, eine Saugglocken-, oder eine blitzschnelle Spontangeburt ist, ist ein einschneidendes Erlebnis – psychisch, körperlich und hormonell. Es ist ein Ereignis, das nicht alle Tage so vonstattengeht. Natürlich kostet das Energie und ganz schön viel Kraft. Aus einem Paar wird plötzlich eine kleine Familie. Das zu verarbeiten und anzunehmen und auch damit glücklich zu sein, fällt nicht immer ganz so einfach, wie es in so manchem Hollywood Film vielleicht dargestellt wird.

Nein, die erste Zeit ist zugegebener Weise kein Honigschlecken. Aber jetzt kommt der gute Teil, der alles andere unwichtig erscheinen lässt: Dein/Euer Baby. Es wird für Euch ganz automatisch das süßeste kleine Menschlein sein, das ihr jemals gesehen habt. Manchmal stellen sich diese Elterngefühle auch erst nach einigen Tagen ein – auch das ist kein Problem! Es ist in Ordnung, wenn Du Dein Baby auch erstmal kennenlernen musst, um Dich so richtig in es zu „verlieben“. Noch dazu wirst Du in den ersten 3 Tagen von Hormonen durchflutet werden, die für die ganzen Abläufe im Wochenbett zuständig sind. Ja, das kann viel, verwirrend und herausfordernd sein. Ich sage Euch ehrlich, wie es ist: Du wirst das Krankenhaus wohl nicht wie die Stars in Hollywood verlassen. Aber allein das stolze Gefühl, Dein zuckersüßes Baby in die Babyschale zu legen und aus dem Krankenhaus mitnehmen zu dürfen, macht Dich zur wunderschönsten Mama auf der Welt und lässt Dich strahlen. Da brauchen wir kein Makeup und keine High Heels mehr! Was ich damit sagen möchte? Ich möchte Dir absolut keine Angst machen, aber ich möchte Dich weg von der perfekten „Traummärchen“ Vorstellung bringen. Das führt leider oft zu Enttäuschungen.

Mama, Du bist wunderbar

Ich möchte Dir Mut machen! Erwarte nicht sofort, dass alles wie am Schnürchen läuft. Erwarte nicht sofort, dass Dein Körper 1:1 aussieht wie vorher (soll er auch gar nicht - jeder darf sehen, dass Du geboren hast, Mama!). Erwarte auch nicht sofort, dass das Stillen und die Nächte perfekt laufen. Die erste Zeit ist es wie mit dem Gehen lernen – auch das geht nicht von heute auf Morgen.

Du bist keine schlechte Mama, nur weil Du Dein Kind manchmal nicht beruhigen kannst. Du bist keine schlechte Mama, nur weil Du nicht sofort weißt, welches Bedürfnis Dein Kind gerade hat! Wir leben heutzutage leider in einer Gesellschaft, die das aber genauso erwartet und schon bald werden die ersten Fragen hereinkommen wie „Schläft sie brav durch?“ oder „Was? Du stillst ihn nicht/ ausschließlich?“. Dein soziales Umfeld bildet sich vermutlich von außen eine Meinung, die unbedingt geäußert werden muss. Du bist großartig für Dein Kind, aber keine Mama ist perfekt. Auch nicht die Schwiegermama, die mit ganz guten Tipps vorbeikommt, die zu noch mehr Verunsicherung führen. Deine Aufgabe als Mama: Bau Dir Dein Schutzschild!